Hellsehen 



Hellsehen durch Träumen

Viele Menschen kennen das Gefühl, eine Situation im Traum schon einmal erlebt zu haben. Oft wird diese Wahrnehmung mit einem Deja-vu erklärt, einer Fehlfunktion des Gehirns, bei der es ähnlich einem Computer mit langsamer Übertragung zu „ruckelnden“ Bildern kommen soll. Oft reicht diese Erklärung aber nicht aus, denn medial begabte Menschen sehen manchmal im Traum komplexe Zusammenhänge und zwischenmenschliche Ereignisse, die sich mit einem „Dieses Bild habe ich schon einmal gesehen!“ nicht erklären lassen. Dazu gehören auch Erinnerungen an Orte, an denen man nachweislich nie gewesen ist, die einem aber trotzdem so vertrau sind, dass man weiß, was man sehen wird, wenn man um die nächste Ecke geht.

Ist Hellsehen im Traum also möglich? Und wenn ja – wie funktioniert es? Für Naturvölker scheint es eine ganz natürliche Sache zu sein. Viele Schamanen und Priester sind geschult darin, Traumbilder herbei zu rufen, um Klarheit über bestimmte Situationen zu bekommen und den Weg in die Zukunft zu deuten. Hier haben wir es mit dem kulturellen Phänomen zu tun, dass immer das als normal und vor allem real gilt, was in einzelnen Kulturkreisen anerkannt ist und seine feste Tradition hat. Niemand würde auf die Idee kommen, die Traumvisionen eine indianischen Medizinmannes in Frage zu stellen, genauso wenig übrigens, wie in Europa die wissenschaftliche Diagnose eines Schulmediziners in Frage steht. Aber auch in Europa hat die Wissenschaft versucht, sich dem Phänomen des Traumes zu nähern, wie Sigmund Freuds Traumdeutung eindrücklich unter Beweis stellt. Aber ist es möglich, durch Träume auch in die Zukunft zu blicken?

Sicherlich ist es unseriös, wenn jemand behauptet, er könne die Lottozahlen vom nächsten Samstag träumen. Betrachten wir das Wort Hellsehen aber näher, so verstehen wir, was hellseherische Träume leisten können. Hellsehen bedeutet schließlich so viel wie etwas „hell zu sehen“, also im Licht zu sehen, klar zu sehen. Hellseherei befasst sich also nicht nur mit der Zukunft, sondern auch mit dem tiefen Verständnis von Gefühlen und Erinnerungen – auch denen aus einem anderen Leben. Wer hellsehen kann, hat also Ahnungen, die er durch seine spirituelle Offenheit wahrnimmt.

Jeder Mensch verfügt über die angeborenen Intuition, um solche Ahnungen zu empfangen. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Wer seine hellseherischen Traumfähigkeiten schulen möchte, sollte zuerst einmal anfangen, seiner Wahrnehmung nachzuspüren und mit seinen Träumen experimentieren. Ein Traumtagebuch hilft dabei, sich stärker auf das Träumen zu konzentrieren und bewusster in den Vorgang des Träumens einzudringen. Viele Menschen klagen darüber, dass sie „nie träumen“, das heißt, sie können sich an ihre Träume nicht erinnern. Wer sich aber angewöhnt, sofort nach dem Aufwachen zu notieren, woran er sich erinnert wird sich seinen Träumen annähern und sie auch irgendwann greifbar spüren können. Wichtig ist es, dabei die Stimmung beim Einschlafen mit zu berücksichtigen. Woran haben wir abends gedacht, worüber gegrübelt? Hatten wir am Tag vielleicht eine bestimmte Erinnerung, die sich nun im Traum wieder zeigen könnte? Wer seine Träume so offen verfolgt, wird in der Tat bald Zusammenhänge erkennen, an die er vorher nie geglaubt hätte, also im wahrsten Sinne des Wortes „hell sehen“.